Auf einen Blick: Lobio ist ein georgischer Bohneneintopf aus Kidneybohnen mit gemahlenen Walnüssen, Koriander und Bockshornklee, serviert mit einer schnellen Tkemali aus Zwetschgen und knusprigen Mchadi-Maisfladen. Für 4 Personen in ca. 50 Minuten. Von Natur aus vegan und eine tolle Einführung in die georgische Küche.
Die georgische Küche ist für mich eine der spannendsten, die man hierzulande noch viel zu wenig kennt. Walnüsse, Koriander, saure Pflaumen – und alles irgendwie gleichzeitig deftig und frisch. Mein Lobio Rezept ist der perfekte Einstieg: ein georgischer Bohneneintopf mit Walnüssen und einer schnellen Zwetschgen-Tkemali.
Lobio heißt auf Georgisch einfach „Bohnen“ und ist dort ein Alltagsgericht, das oft im Tontopf serviert wird. Rote Bohnen werden gekocht, teilweise zerdrückt und mit Zwiebeln, gemahlenen Walnüssen, Knoblauch, frischem Koriander und Gewürzen wie Utskho Suneli (blauer Bockshornklee) verfeinert. Weil das Gericht ohnehin ohne Fleisch auskommt, ist es von Natur aus vegan.
Tkemali ist eine säuerliche georgische Soße aus Kirschpflaumen, die zu fast allem gegessen wird. Die gibt es bei uns kaum frisch, deshalb mein Twist: Ich koche eine schnelle Tkemali aus Zwetschgen, die ich mit Essig und Zitrone säuerlicher mache, als Zwetschgen von Natur aus sind. Dazu gibt es Mchadi, kleine Maisfladen aus der Pfanne – oder ganz norddeutsch ein Stück Schwarzbrot.
Tipps für Dein Lobio Rezept
Blauen Bockshornklee findest Du manchmal im russischen oder osteuropäischen Supermarkt. Normaler gemahlener Bockshornklee aus dem Asia- oder türkischen Laden funktioniert auch, ist aber kräftiger – nimm deshalb nur die halbe Menge. Und beim Schwarzbrot einmal die Zutatenliste checken: Manche Sorten enthalten Buttermilch oder Joghurt.
Lobio mit Walnüssen und Zwetschgen-Tkemali

Georgischer Eintopf aus Kidneybohnen mit Walnüssen, Koriander und Bockshornklee, dazu eine schnelle Tkemali aus Zwetschgen und Mchadi-Maisfladen.
Das Lobio
- 2 Dosen Kidneybohnen (à 400g, ca. 480g abgetropft)
- 2 Zwiebeln
- 3 Knoblauchzehen
- 3EL Sonnenblumenöl
- 80g Walnüsse
- 1TL Koriander (gemahlen)
- 1TL blauer Bockshornklee (Utskho Suneli) oder 1/2TL gemahlener Bockshornklee
- 1/2TL Paprikapulver edelsüß
- 1/4TL Chiliflocken
- 300ml Gemüsebrühe
- 1EL Weißweinessig
- 1 Bund frischer Koriander
- Salz, Pfeffer
Das Zwetschgen-Tkemali
- 300g Zwetschgen (frisch oder TK)
- 2 Knoblauchzehen
- 50ml Wasser
- 1EL Apfelessig
- 1EL Zitronensaft
- 1/2TL Koriander (gemahlen)
- 1/4TL Chiliflocken
- 1/2TL getrocknete Minze
- 4 Stiele Dill
- Salz
Mchadi (Maisfladen) oder Brot
- 250g feines Maismehl (keine Instant-Polenta)
- 1/2TL Salz
- ca. 250ml warmes Wasser
- 3EL Sonnenblumenöl zum Braten
- alternativ: 4 Scheiben Schwarzbrot (vegan)
Zwetschgen-Tkemali
- Die Zwetschgen entsteinen und vierteln, den Knoblauch grob hacken.
- Zwetschgen, Knoblauch und Wasser in einem kleinen Topf aufkochen und ca. 10Min. köcheln lassen, bis die Früchte zerfallen.
- Apfelessig, Zitronensaft, Koriander, Chiliflocken und getrocknete Minze dazugeben. Den Dill hacken, unterrühren und alles fein pürieren. Mit Salz abschmecken – die Soße soll deutlich säuerlich sein. Abkühlen lassen.
Lobio
- Die Walnüsse in einer Pfanne ohne Fett ca. 3-4Min. rösten und anschließend im Zerkleinerer oder Mörser fein mahlen. Den Knoblauch dazugeben und mitmahlen.
- Die Zwiebeln fein würfeln. Die Bohnen in ein Sieb abgießen und abspülen. Den Koriander waschen und hacken, ein paar Blätter zum Garnieren beiseitelegen.
- Das Öl in einem Topf erhitzen und die Zwiebeln bei mittlerer Hitze ca. 8Min. goldbraun braten.
- Gemahlenen Koriander, Bockshornklee, Paprikapulver und Chiliflocken dazugeben und 1Min. mitbraten. Bohnen und Gemüsebrühe dazugeben und ca. 10Min. köcheln lassen.
- Etwa ein Drittel der Bohnen mit einem Kartoffelstampfer im Topf grob zerdrücken, damit der Eintopf sämig wird.
- Walnuss-Knoblauch-Paste, Essig und den gehackten Koriander unterrühren und noch 2Min. ziehen lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Mchadi und Servieren
- Während das Lobio köchelt, Maismehl und Salz in einer Schüssel mischen und nach und nach so viel warmes Wasser einarbeiten, bis ein weicher, formbarer Teig entsteht.
- Mit nassen Händen 8 flache, ovale Fladen (ca. 1,5cm dick) formen.
- Das Öl in einer Pfanne erhitzen und die Fladen bei mittlerer Hitze pro Seite ca. 5-6Min. braten, bis sie goldbraun und knusprig sind. Wenn Du stattdessen Schwarzbrot servierst, entfällt dieser Schritt.
- Das Lobio in Schalen füllen, mit den restlichen Korianderblättern garnieren und mit Tkemali, Mchadi oder Schwarzbrot servieren.
Lobio wird in Georgien übrigens oft auch lauwarm oder kalt gegessen und schmeckt am nächsten Tag noch besser. Im Kühlschrank hält es sich 3-4 Tage. Die Tkemali hält in einem sauberen Glas ca. eine Woche und passt auch super zu Ofenkartoffeln oder gegrilltem Gemüse.
Häufige Fragen
Wo bekomme ich blauen Bockshornklee (Utskho Suneli)?
Am ehesten im russischen oder osteuropäischen Supermarkt oder online. Als Ersatz funktioniert normaler gemahlener Bockshornklee, davon aber nur die halbe Menge nehmen, weil er kräftiger ist.
Kann ich Lobio mit getrockneten Bohnen kochen?
Ja, nimm ca. 250g getrocknete Kidneybohnen, weiche sie über Nacht ein und koche sie ca. 60-90 Minuten weich. Rohe Kidneybohnen müssen dabei mindestens 10 Minuten sprudelnd kochen.
Was kann ich statt Zwetschgen für das Tkemali nehmen?
Alle Pflaumensorten funktionieren, außerhalb der Saison auch TK-Zwetschgen. Wenn Du im Kaukasus-Laden fertige Tkemali findest, kannst Du natürlich auch die nehmen.





