Auf einen Blick: Dicke Rotkohl-Scheiben werden im Ofen geröstet und auf Muhammara aus gerösteter Paprika, Walnüssen und Granatapfelsirup serviert, getoppt mit Za'atar-Öl, Tahin, Granatapfel und Petersilie. Das Gericht reicht für 4 Personen und dauert ca. 60 Minuten. Es ist von Natur aus vegan und macht den Rotkohl zum Hauptgericht statt zur Beilage.
Rotkohl kennt man hierzulande vor allem als Beilage zum Sonntagsbraten. Dabei kann der viel mehr! Heute kommt er als Hauptdarsteller auf den Teller: Rotkohl-Steaks aus dem Ofen mit Muhammara und Za’atar.
Gemüse-„Steaks“ – also dicke Scheiben von Blumenkohl, Weißkohl oder Rotkohl, die im Ofen geröstet werden – sind schon eine Weile ein Trend. Für mich ist Rotkohl dafür perfekt: Die Ränder werden knusprig und leicht karamellisiert, innen bleibt er saftig und bekommt eine angenehme Süße. Damit die Scheiben nicht auseinanderfallen, schneidest Du sie aus der Mitte des Kohls, sodass jede Scheibe ein Stück vom Strunk behält.
Dazu gibt es Muhammara, einen Dip aus der Levante, der ursprünglich aus Syrien (genauer gesagt Aleppo) stammt. Er besteht aus gerösteter Paprika, Walnüssen, Semmelbröseln und Granatapfelsirup und ist rauchig, nussig, leicht süß und ein bisschen scharf – ich könnte das Zeug löffelweise essen. Hier dient er als Bett für die Rotkohl-Steaks. Obendrauf kommen Za’atar-Öl, ein Klecks Tahin, Granatapfelkerne und Petersilie. Das Rezept ist von Natur aus vegan, ein Ersatzprodukt brauchst Du hier also nicht.
Gut zu wissen
Granatapfelsirup, Za’atar und Pul Biber (die türkische Variante der Aleppo-Chiliflocken) bekommst Du im türkischen oder arabischen Supermarkt, mittlerweile oft aber auch im normalen Supermarkt. Aus einem Rotkohl bekommst Du etwa vier schöne Steaks, die Reste vom Rand kannst Du für Salat oder klassischen Apfelrotkohl verwenden.
Rotkohl-Steaks mit Muhammara und Za'atar

Im Ofen geröstete Rotkohl-Steaks auf rauchiger Muhammara aus Paprika und Walnüssen, getoppt mit Za'atar-Öl, Tahin, Granatapfel und Petersilie.
Die Rotkohl-Steaks
- 1 Rotkohl (ca. 1,2kg)
- 4EL Olivenöl
- 1TL Kreuzkümmel (gemahlen)
- Salz, Pfeffer
Die Muhammara
- 2 rote Paprika (alternativ ca. 250g geröstete Paprika aus dem Glas, abgetropft)
- 80g Walnüsse
- 30g Semmelbrösel (vegan)
- 1 Knoblauchzehe
- 1,5EL Granatapfelsirup
- 1TL Pul Biber bzw. Aleppo-Chiliflocken
- 1/2TL Kreuzkümmel (gemahlen)
- 1EL Zitronensaft
- 3EL Olivenöl
- Salz
Das Topping
- 2EL Tahin
- 1EL Zitronensaft
- 2-3EL Wasser
- 2TL Za’atar
- 1EL Olivenöl
- Kerne von 1/2 Granatapfel
- 1/2 Bund glatte Petersilie
- Salz
Rotkohl-Steaks und Paprika
- Den Backofen auf 220°C Ober- und Unterhitze vorheizen und zwei Bleche mit Backpapier auslegen.
- Vom Rotkohl die äußeren Blätter entfernen und den Strunk unten gerade abschneiden, aber nicht herausschneiden. Den Kohl auf die Schnittfläche stellen und aus der Mitte vier ca. 2cm dicke Scheiben schneiden. Jede Scheibe sollte ein Stück Strunk haben, damit sie zusammenhält.
- Olivenöl mit Kreuzkümmel, Salz und Pfeffer verrühren, die Rotkohl-Steaks damit von beiden Seiten einpinseln und nebeneinander auf ein Blech legen.
- Die Paprika halbieren, entkernen und mit der Hautseite nach oben auf das zweite Blech legen.
- Beide Bleche in den Ofen schieben. Die Paprika nach ca. 25Min. herausnehmen, wenn die Haut stellenweise schwarz ist. Die Rotkohl-Steaks nach 20Min. vorsichtig wenden und insgesamt ca. 35-40Min. rösten, bis sie weich sind und die Ränder knusprig werden.
Muhammara
- Die gerösteten Paprika in eine Schüssel geben, mit einem Teller abdecken und ca. 10Min. ruhen lassen. Danach lässt sich die Haut ganz einfach abziehen. (Mit Paprika aus dem Glas entfällt dieser Schritt.)
- In der Zwischenzeit die Walnüsse in einer Pfanne ohne Fett bei mittlerer Hitze ca. 4-5Min. rösten, bis sie duften. Den Knoblauch schälen.
- Paprika, Walnüsse, Semmelbrösel, Knoblauch, Granatapfelsirup, Pul Biber, Kreuzkümmel, Zitronensaft und Olivenöl in einen Mixer oder Zerkleinerer geben und zu einer streichfähigen, aber noch leicht stückigen Paste pürieren. Mit Salz abschmecken.
Topping und Anrichten
- Tahin mit Zitronensaft und 2-3EL Wasser glattrühren, bis es dickflüssig ist, und leicht salzen.
- Za'atar mit 1EL Olivenöl verrühren. Die Petersilie grob hacken.
- Je einen großzügigen Löffel Muhammara auf einen Teller streichen und ein Rotkohl-Steak darauflegen. Mit dem Za'atar-Öl beträufeln, etwas Tahin darüberziehen und mit Granatapfelkernen und Petersilie bestreuen.
Dazu passt warmes Fladenbrot, mit dem Du die restliche Muhammara vom Teller wischen kannst. Übrige Muhammara hält sich im Kühlschrank einige Tage und ist auch als Brotaufstrich ein Traum.
Häufige Fragen
Wie verhindere ich, dass die Rotkohl-Steaks auseinanderfallen?
Schneide die Scheiben aus der Mitte des Kohls und lass den Strunk dran – jede Scheibe sollte ein Stück Strunk haben, das sie zusammenhält. Beim Wenden am besten einen breiten Pfannenwender benutzen.
Kann ich Paprika aus dem Glas für die Muhammara nehmen?
Ja, ca. 250g abgetropfte geröstete Paprika aus dem Glas funktionieren genauso. Dann entfallen das Rösten und Häuten.
Wo bekomme ich Granatapfelsirup und Za'atar?
Beides gibt es im türkischen oder arabischen Supermarkt und mittlerweile auch in vielen normalen Supermärkten.





